
Die NEMOS-Anlage besteht aus einem länglichen Auftriebskörper, der mit drei Seilen zum Meeresgrund verspannt ist. Er wird durch Wellen zur Bewegung angeregt und überträgt mechanische Energie per Seil an einen Generator, der geschützt vor Seewasser am Turm einer Windkraftanlage positioniert ist. Neu an Peckolts Entwicklung sind vor allem die Bewegungsbahn des Schwimmkörpers (verschiedene Kreisbögen) und die Steuerungsstrategie, wodurch bis zu 80% der einkommenden Wellenenergie zum Antrieb elektrischer Generatoren genutzt werden können. Herkömmliche Systeme mit einer reinen Vertikalbewegung liegen deutlich unter 50%. Bei einer Veränderung der Wellenrichtung passt sich die Ausrichtung des Körpers durch ein von Peckolt zum Patent angemeldetes System selbsttätig an und seine Bewegungsbahn wird entsprechend der Wellenlaufrichtung geregelt. Zum Schutz vor extremen Wellenlasten in starken Stürmen kann das System auf eine ruhigere Wassertiefe abgesenkt werden.

Die Befestigung der Seile am Körper ist derart gestaltet, dass dieser um seine zentrale Hochachse frei beweglich ist. So wird der im nautischen Kontext als „Querschlagen“ durch Giermoment bei schräg auftreffendem Seegang bekannte Effekt genutzt, um den Körper stets parallel zu den Wellenkämmen auszurichten. Nach erfolgter Ausrichtung wird bei Eintreffen eines Wellenberges eine Bewegung des Körpers auf einem Kreisbogen um die Verankerungspunkte auf der wellenabgewandten Seite zugelassen. Währenddessen erfolgt die Übertragung der mechanischen Energie mit Hilfe der Seile auf der wellenzugewandten Seite an den Generator. Dieser wird an einer entsprechend ausgelegten Offshore-Windkraftanlage, an einem nahegelegenen Ufer oder an einem Offshore-Bauwerk positioniert. Bei Änderung der Wellenrichtung wird die Funktion der Seile gewechselt, sodass wiederum die wellenabgewandten Seile der Führung und die wellenzugewandten Seile der Übertragung der mechanischen Energie dienen. Durch eine Steuerung bzw. Regelung der Seilkinematik kann die Trajektorie des Schwimmkörpers räumlich und zeitlich den aktuellen Wellenbedingungen angepasst werden.